 {"id":503,"date":"2014-12-04T10:58:34","date_gmt":"2014-12-04T09:58:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/?page_id=503"},"modified":"2014-12-12T19:21:20","modified_gmt":"2014-12-12T18:21:20","slug":"los-castillejos-de-alcorrin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/les-sites\/los-castillejos-de-alcorrin\/","title":{"rendered":"Los Castillejos de Alcorr\u00edn"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Dirce Marzoli leitet seit 2007 in Kooperation mit dem Centro de Estudios Fenicios y P\u00fanicos (vertreten durch Jos\u00e9 Su\u00e1rez Padilla) und der Gemeinde Manilva (vertreten durch C\u00e9sar Le\u00f3n Mart\u00edn), interdisziplin\u00e4r konzipierte Ausgrabungen in Los Castillejos de Alcorr\u00edn Fundplatz, der 1998 zuf\u00e4llig entdeckt wurde.<\/p>\n<p>Die Lage, Gr\u00f6\u00dfe und die M\u00e4chtigkeit der Befestigung und die guten arch\u00e4ologischen Bedingungen machen Los Castillejos de Alcorr\u00edn zu einem viel versprechenden Forschungsobjekt f\u00fcr Fragen nach den ersten Kontakten zwischen der einheimischen und der ph\u00f6nizischen Bev\u00f6lkerung im Umfeld der Meeresenge von Gibraltar. \u00c4hnlich wie Silla del Papa (Tarifa) nimmt es in dem endbronze- bis fr\u00fcheisenzeitlichem Umfeld S\u00fcdspaniens eine Sonderstellung ein. Die strategische Position, die au\u00dfergew\u00f6hnliche Gr\u00f6\u00dfe der Anlage und die komplexe innere und \u00e4u\u00dfere Befestigung, die nicht nur das Plateau, sondern mittels Vorposten auch das umliegende Gel\u00e4nde mit einbezieht, zeugen von seiner hervorragenden Machtkonzentration. Los Castillejos de Alcorr\u00edn ist mit 13 Hektar Innenfl\u00e4che und seiner \u00fcber 2000 m langen Befestigungsmauer die umfangreichste bisher bekannte einheimische befestigte Siedlung an der Nordostgrenze des \u2018tartessischen\u2019 Kulturraumes. Sie kontrollierte den Zugang zum erzreichen Hinterland n\u00f6rdlich der M\u00fcndung des R\u00edo Guadiaro, wo bei Montilla (C\u00e1diz) gleichzeitig mit der Entstehung von Los Castillejos de Alcorr\u00edn eine einheimische und eine ph\u00f6nizische Niederlassung gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorri\u0301n_ae\u0301reo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-382 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorri\u0301n_ae\u0301reo-300x199.jpg\" alt=\"Castillejos_Alcorri\u0301n_ae\u0301reo\" width=\"340\" height=\"233\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_muralla.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-383 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_muralla.jpg\" alt=\"Castillejos_Alcorrin_muralla\" width=\"341\" height=\"261\" \/><\/a><\/p>\n<p>Los Castillejos de Alcorr\u00edn wurde gem\u00e4\u00df <sup>14<\/sup>C-Altern am Ende des 9. Jh. v. Chr. errichtet. Gleichzeitig mit der \u00e4u\u00dferen Befestigung und ihren neun, teilweise noch 11 m hoch erhaltenen Bastionen an der Ostfront, entstanden die innere Befestigung und die Innenbebauung, von der bisher gro\u00dfe Teile von zwei komplexen Geb\u00e4uden ausgegraben wurden. Ihre bauliche Ausf\u00fchrung folgt ein und demselben Konzept, dem offensichtlich ein Einheitsma\u00df zugrunde liegt. Erhalten sind die Steinsockel und B\u00f6den. Spuren der aufgehenden W\u00e4nde aus luftgetrockneten Lehmziegeln sind stellenweise noch im Versturz zu beobachten. Vor den Eingangsbereichen der Geb\u00e4ude und entlang der Au\u00dfenw\u00e4nde liegen jeweils 150 cm breite muschelgepflasterte B\u00f6den, ein beachtenswerter Befund, der Vorbilder im Vorderen Orient findet und f\u00fcr den es auf der Iberischen Halbinsel in diesem Ausma\u00df nur im Heiligtum auf dem Carambolo (Sevilla) einen Vergleich gibt. Die Geb\u00e4ude, deren Funktion noch nicht gedeutet werden kann, sind die \u00e4ltesten Rechteckbauten der Region, in der die g\u00e4ngigen Wohnbauten jener Zeit H\u00fctten aus verg\u00e4nglichem Material mit rundem oder ovalem Grundriss waren. Einer etwa in Acinipo bei Ronda (M\u00e1laga) am Oberlauf des Guadiaro belegten Bautradition folgend, befinden sich vor den Eing\u00e4ngen der Geb\u00e4ude trapezf\u00f6rmige Vorbauten, die in Los Castillejos de Alcorr\u00edn mit Muscheln gepflastert sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-381 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_2-300x189.jpg\" alt=\"Castillejos_Alcorrin_2\" width=\"348\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_2-300x189.jpg 300w, https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_2-236x150.jpg 236w, https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_2-150x94.jpg 150w, https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/files\/2014\/11\/Castillejos_Alcorrin_2.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auffallend ist in Los Castillejos de Alcorr\u00edn die insgesamt geringe Anzahl mobiler Funde, doch reichen sie aus, um die Anlage der Endphase der einheimischen Bronzezeit zuzuweisen und einen Kontakt mit Ph\u00f6niziern zu belegen. Bei \u00fcber 95% der Keramikfunde handelt es sich um handgemachte einheimische Ware, der Rest besteht jedoch aus westph\u00f6nizischer Drehscheibenware. Hervorzuheben ist einheimische Keramik mit ph\u00f6nizischen Graffiti, die mit zu den \u00e4ltesten der Iberischen Halbinsel z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Au\u00dfergew\u00f6hnlich ist zudem, dass sich im Boden kaum organisches Material erhalten hat, sodass die Ausgrabung trotz der minuti\u00f6sen Dokumentation keine direkten Belege f\u00fcr eine Rekonstruktion des nat\u00fcrlichen Umfeldes liefert. Die in diesem Antrag vorgesehenen Untersuchungen in \u201aforschungsg\u00fcnstigen Archiven\u2018 in nahen Flussm\u00fcndungsgebieten sind damit von besonders gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n<p>Die bisherigen Ergebnisse der Ausgrabungen in Los Castillejos de Alcorr\u00edn lassen noch nicht klar erkennen, worin die Bedeutung der befestigten Siedlung bestand. Zu den wirtschaftlich genutzten lokalen Ressourcen geh\u00f6rte jedenfalls das Eisen, von dem Schlacken gefunden wurden \u2013\u00a0sie geh\u00f6ren zu den \u00e4ltesten Eisenfunden Europas!\u00a0\u2013, die offenbar auf eine Ausbeutung von Metallvorkommen im nahen Umfeld weisen. Bemerkenswert ist, dass die Schlacken eine Technik in der Metallverarbeitung erkennen lassen, deren Tradition im Vorderen Orient verankert ist.<\/p>\n<p>Aus noch unbekannten Gr\u00fcnden wurde die befestigte Siedlung kurz nach 800 v. Chr. offenbar planm\u00e4\u00dfig verlassen. Spuren von Zerst\u00f6rungen sind nicht belegt. Die Aufgabe der Siedlung f\u00e4llt in dieselbe Epoche wie der gro\u00dfe Ausbau der ph\u00f6nizischen Faktoreien an der K\u00fcste und wie die Errichtung von befestigten Siedlungen im Hinterland.<\/p>\n<p>Genutzt wurde der Platz erst wieder in sp\u00e4tr\u00f6mischer Zeit, wenn auch nur ausgesprochen punktuell. Da es sich um ein rechtlich gesch\u00fctztes arch\u00e4ologisches Gel\u00e4nde handelt (B.I.C), wurde es vor den verheerenden urbanistischen Expansionen geschont.<\/p>\n<p>Los Castillejos de Alcorr\u00edn bietet ein einmaliges \u2018Forschungslabor\u2019 f\u00fcr die einschl\u00e4gige historische Phase an der Wende zwischen Endbronze- und Fr\u00fcher Eisenzeit: die letzten Jahrzehnte des 9. und das 8. Jh. v. Chr., in dem sich durch die Verbindung mit den Ph\u00f6niziern neue Wirtschaftsr\u00e4ume \u00f6ffneten, neue Sozialformen und Lebensweisen entwickelten, neue Nutzungsformen nat\u00fcrlicher Ressourcen entstanden, deren Auswirkung sich auch im Landschaftsbild abzeichnen m\u00fcssten.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dirce Marzoli leitet seit 2007 in Kooperation mit dem Centro de Estudios Fenicios y P\u00fanicos (vertreten durch Jos\u00e9 Su\u00e1rez Padilla) und der Gemeinde Manilva (vertreten durch C\u00e9sar Le\u00f3n Mart\u00edn), interdisziplin\u00e4r konzipierte Ausgrabungen in Los Castillejos de Alcorr\u00edn Fundplatz, der 1998&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/les-sites\/los-castillejos-de-alcorrin\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":252,"featured_media":0,"parent":494,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"class_list":["post-503","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/503","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/252"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=503"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/503\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":513,"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/503\/revisions\/513"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/archeostraits\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=503"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}