 {"id":440,"date":"2018-01-18T00:35:57","date_gmt":"2018-01-17T23:35:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/garaison\/?page_id=440"},"modified":"2018-04-11T16:06:22","modified_gmt":"2018-04-11T14:06:22","slug":"frederic-witte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/garaison\/temoignages\/zeugenschaften\/frederic-witte\/","title":{"rendered":"Fr\u00e9d\u00e9ric Witte in Garaison"},"content":{"rendered":"<h3><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center\"><strong><span style=\"color: #808000\">FR\u00c9D\u00c9RIC WITTE IN GARAISON<\/span><\/strong><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center\"><strong><span style=\"color: #808000\">von Mich\u00e8le Witt\u00e9<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/garaison\/frederic-witte-a-garaison\/\"><em><strong>Bericht in franz\u00f6sischer Sprache<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify\">Friedrich Johann WITTE, mein Gro\u00dfvater, wurde am 8. Januar 1874 in BIELEFELD geboren. Nach dem Tod seiner Eltern, l\u00e4sst er, der der franz\u00f6sischen Sprache m\u00e4chtig war, sich in Paris nieder, wo er Arbeit als Dolmetscher in einem edlen Pariser Hotel (Le Richemont) in der N\u00e4he der Oper findet. Dort lernt er meine Gro\u00dfmutter, die aus Quimperl\u00e9 (S\u00fcdfinist\u00e8re) stammende Louise Toulliou, kennen. Louises Schwester, Jeanne, lebt in ehe\u00e4hnlichen Verh\u00e4ltnissen in Courbevoie mit einem franz\u00f6sischen Offizier, Fran\u00e7ois Mercier, mit dem sie einen Sohn hat, Patrice. Jeanne ermunterte ihre j\u00fcngere Schwester dazu, ebenfalls nach Paris zu ziehen, wo die jungen Bretoninnen sicher waren, eine Anstellung als Dienstm\u00e4dchen zu finden. In der Tat findet diese eine Stelle im Hotel Richemont, wo Fr\u00e9d\u00e9ric WITTE angestellt ist. Schon waren sie verliebt und Louise wie ihre Schwester, die sich nicht lange mit unn\u00fctzen Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen aufhalten, lebt im Konkubinat (ich ber\u00fccksichtige die sprachlichen Gepflogenheiten der damaligen Zeit) mit ihrem Fr\u00e9d\u00e9ric\u2026<\/p>\n<p>Sie leben in Paris, in Courbevoie, und dann in Colombes<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und nat\u00fcrlich kommen dann die Kinder:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ein tot geborenes Kind,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fr\u00e9d\u00e9ric Jean (genannt Jean), geboren am 19. November 1903 in Paris,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rodolphe, geboren am 27. Juni 1908 in Paris,<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Simone, geboren am 13. April 1912 in Courbevoie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und\u2026 Anfang August 1914 wird Frankreich mobilgemacht, und das ist die Kriegserkl\u00e4rung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Alle \u201everd\u00e4chtigen\u201c Individuen, das hei\u00dft, diejenigen, die verd\u00e4chtigt werden, die Kriegsanstrengungen durch ihre Herkunft oder ihren Lebenswandel behindern zu k\u00f6nnen, werden unmittelbar in Internierungslager, die man sehr bald \u201eKonzentrationslager\u201c nannte, gebracht: Angeh\u00f6rige der \u00d6sterreichisch-Ungarischen Monarchie, Deutsche, Osmanen (T\u00fcrken) oder fahrendes Volk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So kommt mein Gro\u00dfvater, Fr\u00e9d\u00e9ric WITTE, am 7. September 1914 im Lager Garaison in der Gemeinde Monl\u00e9on-Magnoac in den Hautes-Pyr\u00e9n\u00e9es an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00dcber sein Leben im Lager habe ich nur \u00fcber die sp\u00e4rlichen im Internet gefundenen Berichte erfahren, sowie durch ein paar Fotos und Postkarten, die das Lager darstellen und von denen mir Herr VERDIER, ein leidenschaftlicher Sammler aus Aureilhan, freundlicherweise Kopien \u00fcbermittelt hat: Diese zeugen von der Existenz eines sozialen Lebens im Lager: Theatergruppe, Uhrmacherladen, Milchausgabe, Verkauf von Bauernprodukten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Keinerlei famili\u00e4re Berichte: Meine Gro\u00dfmutter, mein Vater, meine Onkel und Tanten haben dar\u00fcber nie gesprochen, als ob es sich um ein sch\u00e4ndliches Kapitel der Familiengeschichte gehandelt h\u00e4tte. Da mein Vater jung, im Alter von 51 Jahren, verstorben ist, habe ich erst lange nach seinem Tod erfahren, dass er in diesem Lager geboren wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es bleiben mir ein paar Dokumente, die ich in den Archiven des Departements Hautes-Pyr\u00e9n\u00e9es in Tarbes aus der meinen Gro\u00dfvater betreffenden Akte kopieren konnte, und dank denen es mir m\u00f6glich war, in meiner Erinnerungsarbeit voranzukommen.<\/p>\n<p>So konnte ich den weiteren Fortgang der Familiengeschichte rekonstruieren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">1915 entschlie\u00dft meine Gro\u00dfmutter Louise, die seit der unfreiwilligen Abreise ihres Lebensgef\u00e4hrten ohne finanzielle Mittel dastand \u2013 da sie gezwungen war, ihre Arbeit aufzugeben, um sich um ihre Kinder zu k\u00fcmmern \u2013, trotz Hilfe ihrer Schwester, alles auf eine Karte zu setzen: Mit ihren drei Kindern und der finanziellen Unterst\u00fctzung ihrer Schwester steigt sie in den Zug nach Lannemezan und beantragt, zum Vater ihrer Kinder ins Lager zu d\u00fcrfen! Sie kommt dort am 7. August 1915 an. In Anbetracht ihrer finanziellen Lage wird ihrem Antrag stattgegeben, gezeichnet vom Pr\u00e4fekten am 10. August.<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Leben im Lager bereits organisiert und glich allm\u00e4hlich einer kleinen Gemeinschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dennoch \u00e4u\u00dfert das \u00e4lteste der Kinder, der 12-j\u00e4hrige Fr\u00e9d\u00e9ric mit Beinamen Fritz, bald den Wunsch, fortzugehen: Mit der Zustimmung seiner Eltern ersucht er, bei seiner Tante Jeanne, die damals in Montlu\u00e7on wohnt und deren Ehemann, der Offizier Fran\u00e7ois Mercier, sowie deren Sohn Patrice an der Front sind, leben zu d\u00fcrfen. Fritz, dessen Mutter arbeitete, war quasi von seiner Tante aufgezogen worden, die als Tagesmutter f\u00fcr die Kinder ihrer Schwester diente, und zu der er eine besondere Zuneigung hegte \u2013 eine gegenseitige Zuneigung, wohlgemerkt. Er schreibt also am 15. Oktober einen sehr r\u00fchrenden Brief an seinen Cousin Patrice, in dem er diesem seine Hoffnung bekundet, bald zu seiner Tante nach Montlu\u00e7on fahren zu k\u00f6nnen und hinzuf\u00fcgt, dass er \u201eals boche in Garaison interniert!\u201c sei. Sein Cousin, an der Front, erh\u00e4lt diesen Brief erst einen Monat sp\u00e4ter und schreibt sogleich an seinen Vater, um diesen zu bitten, beim Pr\u00e4fekten zu intervenieren, um das Ansuchen von Fritz, den er, wie er sagt, ein bisschen als seinen Bruder ansieht, zu unterst\u00fctzen. Infolge der Intervention des\u00a0Hauptmanns Mercier, der sich in seinem Brief dazu verpflichtet, seinen Neffen \u201emit dem franz\u00f6sischen Empfinden, das er bereits hat\u201c, aufzuziehen, wird die ersehnte Genehmigung am 18. Dezember ausgestellt und der junge Fritz kommt am 21. Dezember 1915 bei seiner Tante in Montlu\u00e7on an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr die Internierten geht das Leben weiter. Dank der Geldsendungen, die meine Gro\u00dfmutter regelm\u00e4\u00dfig von ihrer Schwester Jeanne erh\u00e4lt, kommt die Familie ziemlich gut zurecht. Sie k\u00f6nnen im umliegenden Land spazieren gehen, im Umkreis von bis zu einem Kilometer rund um das Lager. Dies muss den Paaren eine kleine Intimsph\u00e4re gew\u00e4hrt haben, zumal mein Vater am 7. Juli 1916 in Garaison geboren wurde. Er erh\u00e4lt den Vornamen Fran\u00e7ois Patrice und wird seine ersten Jahre im Lager verleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Internierten sind Gegenstand vertraulicher Notizen, die dem Pr\u00e4fekten vom Leiter des Lagers \u00fcbermittelt wurden, etwa dieser Art: \u201eWITTE, sehr korrekt, hat aber etwas von seiner Herkunft behalten \u2013 wir glauben ihn nicht von ganzem Herzen auf unserer Seite.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrenddessen ist Fritz in Montlu\u00e7on zu Jean geworden (der Franz\u00f6sisierung halber, wahrscheinlich) und ich werde ihn nur unter diesem Namen kennenlernen. F\u00fcr mich war er immer \u201eTonton Jean\u201c (Onkel Jean). Sein Onkel Fran\u00e7ois, der sich seine Rolle als Vormund zu Herzen nahm, schreibt ihm oft von der Front, um ihn unentwegt dazu zu ermutigen, flei\u00dfig mit der Lehrerin, die ihn unterrichtet, zu studieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber der Krieg ist immer noch da mit seinen Bergen von Opfern und im Mai klopft das Ungl\u00fcck an die T\u00fcr: Als Offiziersfrau wird Jeanne Mercier benachrichtigt, dass ihr Sohn Patrice schwer verletzt wurde und repatriiert werden m\u00fcsse. Sie f\u00e4hrt mit dem Zug bis nach Le Mans, um ihn nach Lorient zur\u00fcckbringen, wo er geboren ist und wo sie lange Zeit gelebt hatte. In Angers verschlimmert sich jedoch sein Zustand, er muss ins dortige Milit\u00e4rkrankenhaus eingeliefert werden, wo er am 15. Mai 1917 stirbt\u2026 Bluthusten, pr\u00e4zisiert die Sterbeurkunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Verlust ihres einzigen Sohnes wirft diese starke Frau vollkommen aus der Bahn und ihr Ehemann erachtet es als sinnvoll, ihren Neffen, den der Tod seines Cousins bereits zutiefst ersch\u00fcttert hat und Gefahr l\u00e4uft, durch die Depression seiner Tante zus\u00e4tzlich belastet zu werden, fernzuhalten. Jean kehrt also zu seinen Eltern und Geschwistern nach Garaison zur\u00fcck. Seine Eltern beschlie\u00dfen endlich, ihre Partnerschaft zu legalisieren und heiraten am 17. September im Rathaus Monl\u00e9on-Magnoac.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am 22. September 1917 beantragt die Familie ihre Repatriierung im Rahmen von Abkommen bez\u00fcglich des Austausches von Gefangenen. Die Abreise der gesamten Familie ist f\u00fcr November geplant, als diese am 6. November folgendes Telegramm aus Lyon Perrache erreicht: \u201eBez\u00fcglich Ihres Telegramms, das die bevorstehende Durchreise von 5 Personen nach Genf ank\u00fcndigt, informiere ich, dass die Schweizer Grenze seit 1. des Monats geschlossen ist\u201c.<\/p>\n<p>Die Familie wird also bis zum Ende des Krieges in Garaison bleiben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">4 lange Jahre f\u00fcr meinen Gro\u00dfvater, der, wieder in Freiheit, nur ein Verlangen hat: nach Deutschland zur\u00fcckzukehren, nachdem ihn Frankreich so sch\u00e4big behandelt hatte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor der \u00dcbersiedelung nach Deutschland machen sie Halt bei den Merciers in Montlu\u00e7on, wo der Familienrat tagt. Louise, mehr Frau als Mutter, m\u00f6chte ihre drei \u00e4ltesten Kinder (Jean, Rodolphe und Simone) ihrer Schwester anvertrauen, die in ihrer Trauer sehr mitgenommen ist, sehr m\u00fctterlich und sehr an ihren Neffen h\u00e4ngt. Die Schwester verlangt nichts weniger als ihre Kinder zu lieben wie ihre eigenen (was sie tun wird) und ihnen eine gute Erziehung zukommen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Sache ist also abgemacht und das Paar zieht mit dem kleinen Fran\u00e7ois, meinem Vater, nach Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Fortsetzung ist schwerer nachzuvollziehen. Sie werden versuchen, sich ihrer Familie anzun\u00e4hern, aber scheinbar ohne gro\u00dfen Erfolg\u2026 Fr\u00e9d\u00e9ric sollte der Paria bleiben, der, der aus Deutschland gefl\u00fcchtet und noch dazu mit einer Franz\u00f6sin verheiratet ist! Ein f\u00fcnftes Kind, Richard, wird 1920 in Essen geboren. Sp\u00e4ter erwerben sie ein kleines Caf\u00e9 mit Tabakladen am Bahnhof Bad Godesberg in der N\u00e4he von Bonn. Simone, die bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Lorient lebt, verbringt manchmal einige Wochen bei ihren Eltern in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Jahr 1939 lebt wiederum der 14-j\u00e4hrige Fran\u00e7ois bei seiner Tante in Lorient\u2026 Und die Familie Witt\u00e9 spielt nun mit dem Gedanken, nach Frankreich zur\u00fcckzukehren. 1931 besuchen sie die Pariser Kolonialausstellung in Vincennes. Vermissen sie Paris? Ist es der Aufstieg des Nazismus?<\/p>\n<p>1934 kehren sie nach Paris zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend dieser Zeit gehen die \u00e4lteren Kinder ihren Weg: Dem Beispiel ihres Onkels Mercier folgend, engagieren sie sich in der Armee, bereits im Alter von 18 Jahren. Und damit sie in der franz\u00f6sischen Armee aufsteigen k\u00f6nnen, muss ihr Vater Franzose sein. Fr\u00e9d\u00e9ric Witt\u00e9 beantragt also die franz\u00f6sische Staatsb\u00fcrgerschaft, die er am 1. September 1937 erh\u00e4lt. Zwei seiner Kinder werden erfolgreich Karriere in der franz\u00f6sischen Armee machen: Jean bringt es zum Oberstleutnant und Richard zum Hauptmann. Eine sch\u00f6ne Revanche f\u00fcr den ehemaligen Internierten von Garaison \u2013 eine posthume allerdings, denn er stirbt am 4. Februar 1940 in Paris.<\/p>\n<hr \/>\n<h4 style=\"text-align: center\"><span style=\"color: #808000\"><em><strong>Zu meinem Vater<\/strong><\/em><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Papa bewahrte immer ein ehrendes Andenken an seine deutsche Kindheit und setzte sich in den 65er Jahren als Gemeinderat in Quimperl\u00e9 wesentlich f\u00fcr die St\u00e4dtepartnerschaft zwischen Quimperl\u00e9 und der kleinen deutschen Stadt Geilenkirchen ein. Er war gl\u00fccklich, die deutsche Sprache ein St\u00fcck weit wiederzufinden. 1966 war ich mit deutschen Pfadfinderinnen aus Geilenkirchen auf Pfadfinderlager und danach hat eine von ihnen eine Woche bei uns zuhause verbracht. Ich habe noch ein Foto von Papa, gl\u00fccklich, das Austauschkind liebevoll am Hals zu umarmen, wie er es oft mit meiner Schwester und mir machte, um uns seine Zuneigung zu zeigen. Ich erinnere mich an den Moment, als ich in die vierte Klasse kam und es die zweite Fremdsprache zu w\u00e4hlen galt: Er war entt\u00e4uscht, dass ich Altgriechisch statt Deutsch w\u00e4hlte, respektierte aber meine Wahl, ohne zu versuchen, mich zu beeinflussen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Vollst\u00e4ndigkeit halber muss ich hinzuf\u00fcgen, dass Papa 1966 damit begonnen hat, mit Mama eine Reise nach Deutschland an die Orte seiner Jugend zu planen, die Reise war f\u00fcr den Sommer 1967 vorgesehen. Anfang 1967 f\u00fchlte er sich jedoch zunehmend ersch\u00f6pft und musste das Vorhaben aufgeben: Zu dieser Zeit steckte die Dialyse noch in den Kinderschuhen und sein Gesundheitszustand verschlechterte sich sehr schnell. Er starb im Oktober 1967, ohne sein Vorhaben in die Tat umgesetzt zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sie m\u00fcssen wissen, dass ich von uns vier Kindern eines der zwei \u00dcberlebenden bin. Meine \u00e4lteste Schwester verstarb im Alter von 33 Jahren und vor 4 Jahren haben wir unseren j\u00fcngsten Bruder verloren. Mein anderer Bruder (Patrice) ist an meinen Arbeiten zum Familienged\u00e4chtnis sehr interessiert, ebenso wie mein Cousin Jean, der Sohn von Richard, dem J\u00fcngsten der Witt\u00e9s, der auf der Suche nach seinen deutschen Wurzeln nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt war. Damals war das Internet noch nicht so weit entwickelt und er hat seine Familie nicht wiedergefunden\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich danke Ihnen herzlich, mich um diese Zeilen gebeten zu haben, sie haben mich dazu angetrieben, nicht mehr zu prokrastinieren und endlich meinen Bericht niederzuschreiben, nach dem die junge Generation (S\u00f6hne, Neffen, Cousins) seit mehreren Jahren fragt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich lebe jetzt in Le Pouldu, das zwischen 1920 und 1940 die Zuflucht der Kinder meines Gro\u00dfvaters Witt\u00e9 war, dank ihrer Tante Jeanne, die dort jeden Sommer eine Villa mietete, um ihren Neffen und Nichten sch\u00f6ne Sommerferien bieten zu k\u00f6nnen. Dieser Ort war zweifellos eine Art Heimatst\u00e4tte f\u00fcr sie, zumal ihn sp\u00e4ter alle zu ihrem Heimathafen gemacht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber ich bin unversiegbar, wenn ich anfange, von meiner Familie zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Mich\u00e8le Witt\u00e9 (<a href=\"ma&#105;&#x6c;&#x74;&#x6f;&#x3a;wi&#116;&#116;&#x65;&#x2e;&#x6d;ich&#101;&#x6c;&#x65;&#x40;gma&#105;&#x6c;&#x2e;&#x63;om\">&#x77;i&#x74;t&#x65;&#46;m&#x69;c&#x68;e&#x6c;&#101;&#64;&#x67;m&#x61;&#105;l&#x2e;c&#x6f;m<\/a>), Dezember 2017<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">\u00dcbersetzt von Marie-Christin Bugelnig<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.univ-tlse2.fr\/garaison\/frederic-witte-a-garaison\/\"><em><strong>Bericht in franz\u00f6sischer Sprache<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; FR\u00c9D\u00c9RIC WITTE IN GARAISON von Mich\u00e8le Witt\u00e9 Bericht in franz\u00f6sischer Sprache Friedrich Johann WITTE, mein Gro\u00dfvater, wurde am 8. 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